Bonner-Bürger-Blog

Ein Dialog-Forum von Stephan Eisel zu Politik und Musik

Bonner Profilbildung

Wenn es darum geht, das Profil Bonns zu schärfen, gibt es noch viel Luft nach oben. Das zeigt die ursprüngliche Verweigerung der Verwaltung gegenüber dem „Weg der Demokratie“ ebenso wie aktuelle Beispiele um Macke und Beethoven.

Völlig zu Recht hat Thomas Kliemann im General-Anzeiger am 17. August 2015 darauf hingewiesen, wie schwer sich die Stadt mit dem „Weg der Demokratie“ tat. Dieser wurde erst im Mai 2004 eröffnet. Schon 2001/2002 hatte der Bund dafür über das Haus der Geschichte 135.000 Euro bereit gestellt. Rat und Verwaltung verweigerten aber zunächst den notwendigen städtischen Beitrag in Höhe von 40.000 Euro. 

Das änderte sich erst als Stephan Eisel am 23. Mai 2002 als Bundestagskandidat den Aufruf „Bonn als Symbol für 50 gute Jahre Geschichte“ veröffentlichte, in dem ausdrücklich für die Verwirklichung des „Wegs der Demokratie“ und Spenden dafür geworben wurde. Den überparteilichen Aufruf, dem sich auch der Ulrich Kelber (SPD) anschloss, unterzeichneten u. a. Helmut Kohl,  Angela Merkel, Egon Bahr, Rainer Barzel, Norbert Blüm, Horst Ehmke, Roland Koch, Franz Müntefering,  Annemarie Renger, Rudolf Seiters, Rita Süßmuth, Erwin Teufel, Bernhard Vogel, Theo Waigel sowie zahlreiche Bonner Bürger. Die Initiative fand breites Echo in der örtlichen Presse, aber auch in vielen überregionalen Medien. In der Folge gab die Stadt ihre Verweigerungshaltung auf. Davon findet sich kein Wort in der Stellungnahme der Stadt zum Kliemann-Bericht (General-Anzeiger 20. August 2015).

Leider zieht sich die Zurückhaltung von Rat und Verwaltung gegenüber solchen mit Bonn verknüpften Projekten nationalen Interesses wie ein roter Faden durch die Stadtgeschichte. Zum weitgehend privat finanzierten Beethoven-Rundgang hat die Stadt gerade einmal 3.600 Euro beigesteuert, die Erweiterung des Macke-Hauses finanziert der Bund ohne städtische Beteiligung, für das Beethoven Haus stünde mehr Bundesgeld bereit, wenn die Stadt ihren Anteil ebenfalls entsprechend erhöhen würde, das Beethoven-Festspielhaus scheiterte am „mangelnden städtischen Schulterschluss“ und schon vor 170 Jahren steuerte die Stadt nichts zum Beethoven-Denkmal bei. Entscheidend war immer bürgerschaftliches Engagement. Das verdient Anerkennung, kann aber kein Grund dafür sein, dass sich die „Stadtoberen“ vor ihrer Verantwortung drücken. Bonn vergibt viele Chancen nationaler und internationaler Präsenz, wenn sich das nicht ändert.

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