Bonner-Bürger-Blog

Ein Dialog-Forum von Stephan Eisel zu Politik und Musik

Projektgesellschaft für Beethoven 2020 gefordert

Die BÜRGER FÜR BEETHOVEN schlagen für das Beethoven-Jubiläum eine übergreifende Organisationsstruktur vor, die verschiedenen staatlichen Ebenen zusammenführt und zugleich mit den Ressourcen und Kompetenzen der Bürgergesellschaft verknüpft.

Den folgenden Text können Sie hier ausdrucken.

 

Beethoven 2020 braucht übergreifende Organisationsstruktur

Bürger für Beethoven wiederholen Vorschlag einer Projektgesellschaft

An ihre vor einem Jahr vorgelegten zehn Forderungen zur Vorbereitung des Beethoven-Jubiläums 2020 haben jetzt die BÜRGER FÜR BEETHOVEN erinnert und im Blick auf die organisatorischen Strukturen eine überwiegend positive Bilanz gezogen. Der Vereinsvorsitzende Stephan Eisel vermisst aber noch einen entscheidenden Baustein: „Mit der Benennung eines Bundesbeauftragten sowie eines städtischen Projektbeirat und einer Stabsstelle beim Oberbürgermeister wurden im letzten Jahr einige unserer Vorschläge umgesetzt. Was aber noch als Überbau fehlt, ist so etwas wie eine Projektgesellschaft, die die verschiedenen staatlichen Ebenen zusammenführt und zugleich mit den Ressourcen und Kompetenzen der Bürgergesellschaft verknüpft.“

In einer Analyse des erfolgreichen Mozartjahrs 2006 hatten die BÜRGER FÜR BEETHOVEN Ende 2014 für Beethoven 2020 „eigenständige Organisationsstrukturen und das gemeinsame Engagement unterschiedlicher staatlicher Ebenen und nichtstaatlicher Akteure als Schlüssel zum Erfolg“ gefordert. Als Vorbild hatten sie damals die bereits 1999 gegründete „betriebsähnliche Einrichtung ‚Mozart 2006 Salzburg’“ und die „Wiener Mozartjahr Organisationsges. m b. H“ vorgestellt.

„Trotz einiger positiver Grundsatzentscheidungen bei Bund, Land und Stadt gibt es hier noch nicht den entscheidenden Fortschritt, und die Zeit drängt“, sagte Eisel: „Gerade angesichts der Vielfalt der Akteure braucht Beethoven 2020 ein Gesicht und eine Telefonnummer, d.h. eine zeitlich befristete, übergreifende und eigenständige Organisationsstruktur. Die Bündelung der Verantwortung in einer Hand ist die Voraussetzung für den Erfolg.“ Damit sei die Stadtverwaltung angesichts des nationalen bzw. internationalen Charakters des Beethoven-Jubiläums überfordert und das Thema sei auch zu wichtig, um in der Anonymität der Kulturverwaltungen unterschiedlicher staatlicher Ebenen zu verschwinden. „Außerdem müssen die nichtstaatlichen Akteure besser eingebunden wurden.“

Eisel wies darauf hin, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages mit seiner Bitte um ein Konzept für Beethoven 2020 „die Tür für ein ausreichendes Budget geöffnet hat.“ Dabei sei wichtig, dass in dem Beschluss ausdrücklich die Rede davon sei, dass ein „gebührendes Beethoven-Jubiläum in Bonn stattfindet.“

Ein solches Konzept dürfe allerdings nicht aus einer Aufzählung von Konzerten bestehen. Man kenne auch in Berlin die Realität nach dem kommunalpolitisch verschuldeten Ende des Projektes Beethoven-Festspielhauses: „Es wird 2020 für sinfonische Konzerte in der Beethovenstadt der besondere musikalische Ort fehlen.“ Konzerte in der wie auch immer sanierten, aber akustisch unveränderten und damit unzureichenden Beethovenhalle oder im Tagungsraum des WCCB hätten keine überregionale Strahlkraft.

Eisel begrüßte ausdrücklich, dass Oberbürgermeister Sridharan das Thema Beethovenstadt gleich nach seiner Wahl zur Chefsache gemacht habe: „Es geht nämlich nicht um das einmalige Feuerwerk im Jubiläumsjahr, sondern um nachhaltige Strukturen für das Profil Bonns als Beethovenstadt.“

Deshalb seien alle Beteiligten gut beraten, das Beethoven-Jubiläum 2020 nicht an der Beethovenhalle festzuma­chen: „Viel wichtiger ist es, all das hervorzuheben und zu pflegen, was es zu Beethoven nur in Bonn gibt. Es geht darum zu zeigen, wie sehr Bonn Beethoven geprägt hat und dass die Bonner Jahre das Fundament für die Wiener Zeit waren..“ Die BÜRGER FÜR BEETHOVEN wollen dazu demnächst detaillierte Vorschläge vorstellen.

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